Zum Inhalt springen

Retzer Land 2026


Vereinsreise der Tiroler Numismatischen Gesellschaft
29. bis 31. Mai 2026

„Hoffentlich verschlaf‘ ich nicht!“ war meine Sorge am Vortag unserer Reise.
Der Bus startete nämlich pünktlich um 7 Uhr früh! Wohin? Ins Retzerland!
Ilse und Helmut, unsere bewährten Reiseleiter, haben wieder eine tolle und interessante Fahrt zusammengestellt.

Auf dem Weg nach Retz machten wir Halt in St. Florian, wo uns ein erstes Highlight erwartete. Eine kompetente Führerin begleitete uns durch das Stift, selbst in die Gruft durften wir steigen und dort das Grab Anton Bruckners besuchen. Der Sarg befindet sich genau unterhalb seiner geliebten Orgel.
Nach einem feinen Mittagessen auf der Terrasse des Gasthofes „Zum Goldenen Löwen“ konnten wir in der Stiftskirche ein Konzert auf der wunderbaren Brucknerorgel miterleben. Ich war ganz fasziniert von den unterschiedlichen Klangfarben.
Es war fantastisch!
Nach einem Gruppenfoto mit Probst Klaus Sonnleitner vor der Stiftskirche machten wir uns auf zu unserem eigentlichen Ziel: Retz im Weinviertel.

Retz ist eine kleine Stadt mit ca. 4000 Einwohnern und liegt ganz idyllisch am Fuß eines Hügels. Das Stadtbild ist geprägt von einem großen Stadtplatz mit Mariensäule und Dreifaltigkeitssäule, einem Stadtturm, 2 Stadttoren, das Sgraffitohaus und das Verderberhaus. Das Wahrzeichen von Retz ist aber die große Windmühle auf der Anhöhe.
Wir sind in dem sehr schönen ****Hotel Althof Landgut & Spa untergebracht.
Der Abend war zur freien Verfügung und so haben die einen den köstlichen Retzer-wein verkostet, andere gingen zur Windmühle und schönen Kreuzigungsgruppe auf der Anhöhe. Hier konnte man den Blick über das weite Land schweifen lassen.

Nach einem üppigen Frühstück, das alles bot, was man sich wünscht, fuhr uns der Bus (mit Superchauffeur Veli) über die tschechische Grenze nach Znaim.
Welche Überraschung!: in Znaim wartete ein „Bummelzug“ auf uns und nahm uns mit auf eine geführte Tour durch die Stadt, die eine interessante Geschichte hat und sogar einen geschichtlichen Bezug zu Tirol und Hall aufweisen kann.
Nämlich: Landesfürst Heinrich von Tirol-Görz heiratete eine Tochter aus dem Hause Ottokar 1. Przemysl. Dadurch wurde er Wahlkönig von Böhmen und so erhielt damals das Haller Rathaus die Bezeichnung Königshaus.
Unsere Rundfahrt endete auf dem großen Stadtplatz, wo wir unser Mittagessen einnahmen.
Übrigens: Unsere Mahlzeiten waren immer super von Ilse organisiert. Sie brachte schon vorab im Bus die Speisekarten und wir konnten dort während der Fahrt ganz gemütlich unser Essen aussuchen. Via Telefon wussten die Lokale dann bereits, was wir uns wünschen. Super Idee!

Gut gesättigt fuhren wir weiter zum Schloss Lednice, ein herrschaftliches Schloss im Stil englischer Neugotik mit riesigem Park. Prunkvolle Räume reihten sich nacheinander und immer wieder öffnete sich ein schöner Blick auf den Park mit seinen weitläufigen Anlagen und Blumenbeeten. Das Schloss war früher der Sommersitz des Fürstenhauses Liechtenstein und ist UNESCO Kulturerbe.

Müde von den vielen Eindrücken kehrten wir nach Retz zurück und besuchten noch einen netten Heurigen. Leider war es gewittrig, so konnten wir nicht in dem kleinen Garten sitzen. Zu Fuß spazierten wir dann zum Hotel, ein „Absacker“ dort durfte nicht fehlen.

Sonntag, letzter Tag!
Mit dem Bus ging‘s ins nahe Obernalb, zur hübschen Kellergasse Hühnerkoppel. Viele der dortigen Keller sind zur Gewinnung von Sand in unterirdische Labyrinthe gegraben worden. In einem hatten wir eine Führung. Da waren kilometerlange Stollen aus dem 18. Jahrhundert mit Nischen, Räumen, einer Kapelle und und und. Alles aus Sand, alles liebevoll gestaltet. Jetzt verstehe ich auch den Ausdruck „Obernalber Sandhasen“. Im Garten darüber genossen wir noch in der Sonne ein Glas Wein bevor es nach Pulkau weiterging. Dort, am Fuße eines Weinberges, speisten wir auf der herrlich schattigen Terrasse zu Mittag.

Die Heimreise ging durch das Kamptal und die Wachau. In Oberösterreich fuhren wir durch ein heftiges Gewitter bis zum Irrsee. Da gab es noch eine abschließende Einkehr, bevor es dann endgültig nach Hause ging.
Es war ein wunderschöner und gelungener Ausflug, großes Danke an Ilse und Helmut, die ihn so vortrefflich gestaltet haben. Und auch danke an Daniela, die uns immer wieder mit einem guten Schnapserl gestärkt hat.
Ich freu mich schon auf die nächste TNG-Reise!!!

Anna Baur

Fotogalerie...