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6000 Jahre Bergbau in Tirol


ein Vortrag von MMag. Dr. Georg Neuhauser

Am 7. September 2016 fand in den Vereinsräumlichkeiten der Tiroler Numismatischen Gesellschaft ein Vortrag von MMag. Dr. Georg Neuhauser, Lehrender an der Universität Innsbruck und dem Abendgymnasium am Adolf-Pichler-Platz statt.

Zahlreiche Mitglieder aus dem In- und Ausland folgtem dem interessanten und kurzweiligen Streifzug durch die Geschichte des Tiroler Bergbaus. Beginnend im Neolithikum mit dem Abbau, der Verarbeitung und dem Export von Sidex aus dem Rofangebirge, über die Kupfergewinnung in Brixlegg spannte sich der Bogen über die schriftlose Zeit - nur archäologische Beleg können hier Aufschluss geben. Mit dem Churrätischen Reichsurbar (842 n.Chr) beginnt die Zeit der schriftlichen Dokumentation und gleichzeitig auch der erste Nachweis über die Eisenverhüttung im Alttiroler Raum. Stiftungsbriefe ab dem 11. Jahrhundert belegen den Bergbau vor allem in den Regionen südlich des Brenners. Dort, genauer im Codex Wangianus minordes Stiftes Brixen, hat sich auch das älteste Bergrecht (1185/1214) erhalten. Erst 1273 taucht der Schwazer "Arzberg" als Flurname in einem Dokument auf. Wie auch in vielen anderen Bereichen kam es durch die verheerende Bevölkerungsdezimierung des 14. Jahrhunderts auch zu einem Rückgang des Bergbaus. Lediglich das Silberabbaugebiet im Montafon findet Erwähnung (1319). Mit dem Anschließenden Bevölkerungswachstum, der Machtzentralisierung und der "ersten Globalisierungswelle" stieg die Nachfrage an Edelmetallen. Diese wurde nicht nur verprägt sondern auch als Barren und Stangen weit über die Alttiroler Grenzen exportiert. Die Münzstätten Meran und Hall und ihren Bezug zum Bergbau wurden ebenfalls gestreift wie auch der Hierarchieaufbau eines Bergwerkes und die Bedeutung der Gewerken. Zahlreiche Fragen warf die rechtliche Situation der Berg- versus Landrichter auf, welche vom Vortragenden anhand von Beispielen und der Zuständigkeitserklärung beantwortet wurden. Zum Abschluss kamen noch Auszüge aus Rechnungsbüchern, Bergordnungen und Karten im Vortrag zu Wort und mit einem kurzen Blick auf die mittelalterliche Erzgewinnung und Weiterverarbeitung mit vormodernen Maschinen und Anekdoten zum Schmunzeln endete der Vortrag. Während der Vortragende noch Fragen aus dem Auditorium beantwortete wurde ein kaltes Buffet vorbereitet und bei Essen und einem Glas Wein klang der Abend gemütlich aus.

Die Tiroler Numismatische Gesellschaft bedankt sich bei MMag. Dr. Georg Neuhauser für den kurzweiligen, spannenden und auch leicht verständlichen Vortrag.

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